Wenige pflanzliche Öle werden seit so langer Zeit genutzt wie das des Schwarzkümmels – und kaum ein Nahrungsergänzungsmittel ist im Regal so schwer einzuordnen. Auf fast jeder Dose steht eine große Milligramm-Angabe, dazu Begriffe wie „nativ“, „kaltgepresst“ oder „aus Ägypten“. Worin sich zwei Präparate tatsächlich unterscheiden, verrät die Vorderseite aber selten. Den Unterschied machen die Herkunft der Samen, das Pressverfahren, der Anteil des Wirkstoffs Thymochinon – und nicht zuletzt das Material, aus dem die Kapselhülle besteht.
Für diesen Vergleich haben wir sechs Kapselprodukte nebeneinandergelegt und nach sechs Prüfpunkten eingeordnet: Wird der Thymochinon-Gehalt beziffert? Wie wird gepresst? Woher stammt der Rohstoff? Aus welchem Material ist die Hülle? Wie lange reicht eine Dose, und was kostet ein Tag? Gibt es einen sinnvollen Zusatznutzen? Geprüft wurden die Schwarzkümmelöl Kapseln mit 1000 mg, die NATURTREU Schwarzkümmelöl Kapseln mit Vitamin E, das Vegavero Bio-Schwarzkümmelöl, das Kurkraft Bio-Schwarzkümmelöl aus Ägypten, die bioKontor Bio-Schwarzkümmelöl Kapseln und das Abtei Schwarzkümmelöl Plus. So viel sei vorweggenommen: Die Dose mit der höchsten Milligramm-Zahl steht nicht ganz oben.
Das Ergebnis auf einen Blick
Die Reihenfolge ergibt sich nicht aus der bloßen Ölmenge, sondern aus dem Zusammenspiel der sechs Prüfpunkte, die wir im Anschluss an die Produktvorstellungen genauer erklären. Im Folgenden gehen wir die sechs Kapseln der Reihe nach durch – beginnend mit dem Erstplatzierten.
🥇 Platz 1 – Schwarzkümmelöl Kapseln (1000 mg): unser Testsieger
Ganz vorn liegen die Provilea Schwarzkümmelöl Kapseln mit 1000 mg pro Tag, die über Shop-Apotheke erhältlich sind. Den Ausschlag gab eine einzige Zeile in der Nährwerttabelle, die man bei der Konkurrenz vergeblich sucht: Neben der Ölmenge ist hier auch der Thymochinon-Gehalt angegeben – 15 mg je Tagesportion aus zwei Kapseln. Hinter dem Produkt steht die Glory Products OÜ aus dem estnischen Tallinn.
Diese Angabe ist weit mehr als eine Zahl für das Kleingedruckte. Thymochinon ist der sekundäre Pflanzenstoff, der in der Forschung im Zentrum steht, wenn es um die Eigenschaften des Schwarzkümmels geht. Die meisten Hersteller schweigen sich über seinen Gehalt aus und nennen nur die Menge an Öl. Wer den Wirkstoff dagegen beziffert, macht das Produkt überhaupt erst mit anderen vergleichbar – und genau dieser Mut zur konkreten Zahl hob die Kapseln im Test nach oben.
Hinzu kommt die Hülle: Sie besteht aus pflanzlichem HPMC und kommt damit ohne tierische Gelatine aus, was sie für Veganer und Vegetarier öffnet. Das Öl wird aus den Samen der Nigella sativa gewonnen und ist in der Kapsel vor Licht und Sauerstoff geschützt. Der oft als unangenehm beschriebene, scharf-würzige Eigengeschmack des flüssigen Öls bleibt dabei vollständig aus.
- Inhalt: 120 Kapseln, ausreichend für rund zwei Monate bei zwei Kapseln am Tag
- Schwarzkümmelöl: 1000 mg je Tagesportion (2 Kapseln)
- Thymochinon: 15 mg je Tagesportion – im Test das einzige Produkt mit konkreter Angabe
- Hülle: Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC), pflanzlich und gelatinefrei
- Rohstoff: Öl aus Nigella sativa
- Geschmack: neutral, da das Öl verkapselt ist
- Hersteller: Glory Products OÜ, Tallinn
- Vegan: ja
Preis: 25,95 € – etwa 0,43 € pro Tag (0,22 € je Kapsel)
Stimmen von Anwendern
Sabine R., 49, aus Münster: „Den scharfen Geschmack des puren Öls mochte ich noch nie, deshalb bin ich auf Kapseln umgestiegen. Die nehme ich morgens problemlos zum Frühstück, ohne Aufstoßen und ohne Nachgeschmack. Dass der Thymochinon-Wert wirklich auf der Dose steht, hat meine Entscheidung gelenkt.“
Thomas B., 41, aus Augsburg: „Vorher hatte ich ein Billigprodukt, bei dem außer einer großen Milligramm-Zahl nichts auf der Verpackung stand. Hier weiß ich, was ich bekomme. Die Kapseln sind klein genug zum Schlucken und liegen mir nicht im Magen.“
Heike M., 56, aus Kiel: „Mir war wichtig, dass die Hülle pflanzlich ist – die meisten Schwarzkümmelöl-Kapseln sind ja aus Gelatine. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt für mich, und mit einer Dose komme ich gut zwei Monate aus.“
🥈 Platz 2 – NATURTREU Schwarzkümmelöl Kapseln: vegan und mit Vitamin E
Dicht hinter dem Sieger folgt die deutsche Marke NATURTREU. Ihr Schwarzkümmel liefert zwei Kapseln am Tag mit 1000 mg kaltgepresstem Öl, das aus syrischem Anbau stammt – einer Region, die für aromatische Samen bekannt ist. Was das Produkt von vielen anderen abhebt, ist die Kombination aus veganer Hülle und einem zugesetzten Antioxidans.
Dieser Zusatz ist Vitamin E in Form von alpha-Tocopherol. Es trägt nach zugelassener Aussage dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und bewahrt zugleich das empfindliche Öl in der Kapsel. Die Hülle besteht aus pflanzlicher Stärke, Glycerin und Wasser, ist vegan und PETA-zertifiziert. Produziert wird in Deutschland, laborgeprüft und ohne Zusatz- oder Füllstoffe.
Für den Sprung an die Spitze fehlten zwei Dinge: Der Thymochinon-Gehalt bleibt unbeziffert, und die syrische Herkunft gilt unter Kennern als eine Stufe unterhalb ägyptischen Anbaus. Wer eine vegane, in Deutschland geprüfte Variante mit zusätzlichem Zellschutz sucht, ist hier dennoch sehr gut aufgehoben.
- Inhalt: 120 vegane Gelkapseln, etwa zwei Monate Vorrat
- Schwarzkümmelöl: 1000 mg je Tagesportion (2 Kapseln)
- Zusatz: Vitamin E (alpha-Tocopherol) für den Zellschutz
- Herkunft: kaltgepresstes Öl aus Syrien
- Hülle: pflanzliche Stärke, Glycerin, Wasser – vegan, PETA-zertifiziert
- Qualität: laborgeprüft, ohne Gentechnik, ohne Zusatz- und Füllstoffe, Made in Germany
- Einnahme: 2 Kapseln über den Tag verteilt, nach den Mahlzeiten
🥉 Platz 3 – Vegavero Bio-Schwarzkümmelöl: nennt den Thymochinon-Anteil
Vegavero macht beim Schwarzkümmel einen Punkt geltend, den fast kein anderer Anbieter erwähnt: Der Rohstoff enthält nach Herstellerangabe rund 1,5 % Thymochinon und etwa 55 % Linolsäure. Damit ist die Marke neben dem Testsieger die zweite im Feld, die überhaupt einen Wert zum Wirkstoff nennt – allerdings als Prozentanteil des Öls und nicht als feste Menge je Tagesportion.
Das Öl ist EU-bio-zertifiziert, kaltgepresst und stammt aus ägyptischem Anbau, der unter Fachleuten als besonders hochwertig gilt. Die Hülle ist vegan und gelatinefrei, die Produktion findet in Deutschland statt. Eine Tagesportion bringt 1000 mg ägyptisches Bio-Öl mit; die Dose fasst 180 Kapseln.
Dass es nicht weiter nach vorn reichte, liegt an der Form der Angabe: Ein Prozentwert des Rohstoffs ist transparent, aber schwerer mit anderen Produkten zu verrechnen als eine Milligramm-Menge in der Tagesportion. Für alle, die Bio-Qualität aus Ägypten mit nachvollziehbarem Wirkstoffbezug verbinden möchten, ist das Produkt eine ausgezeichnete Wahl.
- Inhalt: 180 Kapseln
- Schwarzkümmelöl: 1000 mg ägyptisches Bio-Öl je Tagesportion
- Wirkstoffbezug: rund 1,5 % Thymochinon und etwa 55 % Linolsäure im Rohstoff
- Qualität: EU-bio-zertifiziert, kaltgepresst, ägyptischer Anbau
- Hülle: vegan, ohne Gelatine
- Produktion: in Deutschland
- Vegan: ja
Platz 4 – Kurkraft Bio-Schwarzkümmelöl aus Ägypten: das Herkunftsargument
Kurkraft stellt bei seinem Schwarzkümmel die Herkunft in den Mittelpunkt. Das Öl kommt aus der ägyptischen Wüstenregion, in der die Pflanzen unter starker Hitze und auf sandigem Boden gedeihen – Bedingungen, die laut Hersteller besonders gehaltvolle Samen hervorbringen. Diese werden kurz getrocknet und schonend kaltgepresst, wobei die erste Pressung weniger, dafür hochwertigeres Öl ergibt.
Zwei Kapseln am Tag liefern 1000 mg kaltgepresstes Bio-Schwarzkümmelöl mit etwa 500 mg Linolsäure. Die Hülle ist pflanzlich und somit vegan, das Öl stammt aus kontrolliert biologischem Anbau und kommt ohne überflüssige Zusätze aus. Mit 120 Kapseln deckt eine Packung eine rund zweimonatige Kur ab; empfohlen wird je eine Kapsel morgens und abends.
Zur höheren Platzierung fehlt eine Angabe: Die ägyptische Bio-Herkunft und das saubere Pressverfahren überzeugen, doch der Thymochinon-Gehalt selbst bleibt offen. Wer besonderen Wert auf die als hochwertigste geltende ägyptische Herkunft in Bio-Qualität legt, liegt hier richtig.
- Inhalt: 120 vegane Kapseln, etwa zwei Monate Vorrat
- Schwarzkümmelöl: 1000 mg je Tagesportion (2 Kapseln)
- Linolsäure: rund 500 mg je Tagesportion
- Herkunft: kaltgepresstes Bio-Öl aus Ägypten, erste Pressung
- Qualität: kontrolliert biologischer Anbau, ohne unnötige Zusätze
- Einnahme: je 1 Kapsel morgens und abends
- Vegan: ja
Platz 5 – bioKontor Bio-Schwarzkümmelöl Kapseln: natives Öl, sehr puristisch
bioKontor ist auf möglichst reduzierte Rezepturen spezialisiert, und das zeigt sich auch hier. Das native, ägyptische Bio-Öl wird während des gesamten Herstellungsprozesses unter 40 °C gehalten – ein wichtiger Aspekt, weil die hitzeempfindlichen Bestandteile so weitgehend erhalten bleiben. Die Zutatenliste ist kurz: Bio-Schwarzkümmelöl und eine pflanzliche HPMC-Hülle, ohne Gelatine und ohne Glycerin.
Jede Kapsel enthält etwa 500 mg ägyptisches Bio-Schwarzkümmelöl mit rund 284 mg Linolsäure. Eine Dose mit 180 Kapseln reicht je nach Dosierung lange, und das Produkt ist frei von Gluten, Laktose, Fruktose und Magnesiumstearat. Damit richtet es sich an alle, die eine besonders saubere, additivfreie Rezeptur bevorzugen.
Der fünfte Platz erklärt sich aus zwei Punkten: Reinheit und schonende Verarbeitung sind vorbildlich, doch mit 500 mg pro Kapsel ist die Einzelmenge geringer als bei den vorderen Plätzen, und der Thymochinon-Gehalt wird nicht genannt. Inhaltlich bleibt es eine sehr saubere, vegane Bio-Variante.
- Inhalt: 180 vegane Kapseln
- Schwarzkümmelöl: etwa 500 mg pro Kapsel, ca. 284 mg Linolsäure je Kapsel
- Herkunft: natives, ägyptisches Bio-Öl
- Verarbeitung: durchgehend unter 40 °C, schonende Kaltpressung
- Hülle: HPMC – pflanzlich, ohne Gelatine und Glycerin
- Frei von: Gluten, Laktose, Fruktose und Magnesiumstearat
- Vegan: ja
Platz 6 – Abtei Schwarzkümmelöl Plus: höchste Dosis, breit verfügbar
Abtei zählt zu den bekanntesten Namen im Drogerie- und Apothekenregal, und der Schwarzkümmelöl Plus verfolgt einen eigenen Ansatz. Statt mit Bio-Siegel oder veganer Hülle punktet das Produkt mit der höchsten Dosierung im Vergleich: 1500 mg Schwarzkümmelöl je Tagesportion, ergänzt um 24 mg Vitamin E als Oxidationsschutz. Wer viel Öl zum kleinen Preis möchte und es am liebsten im Laden vor Ort kauft, wird hier fündig.
Für viele bleibt allerdings ein Haken: Die Weichkapsel besteht aus tierischer Gelatine und scheidet damit für Veganer und Vegetarier aus. Außerdem fehlt ein Bio-Zertifikat, und der Thymochinon-Gehalt ist – wie bei den meisten Produkten – nicht ausgewiesen. Das drückt die Bewertung bei Reinheit und Transparenz. Für preisbewusste Käufer ohne veganen Anspruch bleibt es eine hochdosierte, überall erhältliche Option.
- Schwarzkümmelöl: 1500 mg je Tagesportion – höchste Menge im Test
- Zusatz: 24 mg Vitamin E als Oxidationsschutz
- Verfügbarkeit: breit im Drogerie- und Apothekenhandel, günstiger Preis
- Hülle: tierische Gelatine – nicht vegan oder vegetarisch
- Hinweis: kein Bio-Zertifikat, Thymochinon-Gehalt nicht angegeben
- Geeignet für: preisbewusste Käufer ohne veganen Anspruch
Worauf wir bei der Bewertung geachtet haben
Damit die Reihenfolge fair zustande kommt, haben wir jedes Produkt an denselben sechs Punkten gemessen. Die reine Milligramm-Zahl des Öls fließt dabei nur am Rande ein, weil sie allein wenig über die Güte aussagt.
- Transparenz beim Thymochinon: Wird der Wirkstoff beziffert, idealerweise in Milligramm je Tagesportion, oder bleibt er ungenannt?
- Pressverfahren und Reinheit: Ist das Öl kaltgepresst und nativ, möglichst aus erster Pressung und schonend unter 40 °C verarbeitet?
- Herkunft des Rohstoffs: Stammt der Schwarzkümmel aus hochwertigem Anbau – etwa aus Ägypten – und ist die Herkunft klar benannt?
- Hülle und Verträglichkeit: Besteht die Kapsel aus pflanzlichem HPMC oder aus tierischer Gelatine? Ist das Produkt geschmacksneutral?
- Vorrat und Tagespreis: Wie lange reicht eine Dose, und welche Kosten entstehen pro Anwendungstag?
- Zusatznutzen: Gibt es einen sinnvollen Mehrwert, beispielsweise Vitamin E oder ein Bio-Zertifikat?
Warum Thymochinon mehr zählt als die Milligramm-Zahl
Beim Nebeneinanderhalten zweier Dosen lohnt der zweite Blick. Nahezu alle Hersteller werben mit der Ölmenge – ob 500, 1000 oder 1500 mg. Diese Zahl beschreibt jedoch nur, wie viel Schwarzkümmelöl in der Kapsel steckt, nicht wie viel des entscheidenden Pflanzenstoffs Thymochinon enthalten ist. Gerade auf diesen Stoff richtet die Forschung ihr Augenmerk, und sein Anteil schwankt von Produkt zu Produkt beträchtlich.
Im Test wird das gut sichtbar: Das Abtei-Produkt bietet mit 1500 mg die größte Ölmenge, schweigt aber – wie die meisten – zum Thymochinon. Der Erstplatzierte enthält mit 1000 mg weniger Öl, weist dafür aber 15 mg Thymochinon je Tagesportion aus. Allein nach der großen Zahl zu gehen, führt also leicht in die Irre.
Die Faustregel lautet daher: Sofern angegeben, ist der Thymochinon-Wert das aussagekräftigere Kriterium. Fehlt er, geben kaltgepresstes Öl, Bio-Qualität und ägyptische Herkunft die besten indirekten Hinweise auf einen hohen Gehalt. Die Milligramm-Zahl des Öls bleibt eine Zusatzinformation.
Kaltgepresst, nativ, raffiniert: was hinter den Begriffen steckt
Schwarzkümmelöl reagiert empfindlich auf Hitze und Licht. Wird es schonend kaltgepresst, bleiben Thymochinon, die mehrfach ungesättigten Fettsäuren wie Linolsäure und die ätherischen Anteile weitgehend erhalten. Entsteht das Öl dagegen unter Wärme oder wird es raffiniert, gehen empfindliche Bestandteile verloren. Eine Formulierung wie „schonend gepresst“ ohne den Zusatz „kalt“ sollte deshalb stutzig machen.
Die Kapselform bringt einen weiteren Vorteil mit: Sie schirmt das Öl besser gegen Sauerstoff ab als eine bereits geöffnete Flasche. Während flüssiges Öl nach dem Öffnen ständig mit Luft und Licht in Berührung kommt, ist die Portion in der Kapsel verschlossen. Manche Anbieter ergänzen zusätzlich Vitamin E, das als natürlicher Oxidationsschutz wirkt.
Pflanzliche Hülle oder Gelatine?
Die meisten günstigen Schwarzkümmelöl-Kapseln verwenden für die Weichhülle tierische Gelatine, häufig vom Rind oder Schwein. Für viele Käufer ist das der einzige, aber gewichtige Knackpunkt – sei es aus ethischen, religiösen oder ernährungsbezogenen Gründen.
Pflanzliche Alternativen aus Hydroxypropylmethylcellulose oder Stärke eignen sich nicht nur für eine vegane und vegetarische Ernährung. Sie lösen sich tendenziell etwas langsamer auf, was die Freisetzung gleichmäßiger machen kann. Wer auf tierische Bestandteile verzichten will, sucht gezielt nach Hinweisen wie „vegane Kapsel“ oder „HPMC“ – die bloße Bezeichnung „Weichkapsel“ deutet meist auf Gelatine hin.
Einnahme im Alltag
Selbst das beste Öl bringt wenig, wenn die Einnahme nicht zur Routine passt. Drei Punkte werden besonders oft gefragt.
Zu welcher Tageszeit?
Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern die Beständigkeit. Viele nehmen ihre Kapseln morgens zum Frühstück, weil sich das leicht in den Tagesablauf einfügt. Größere Tagesmengen lassen sich problemlos auf morgens und abends aufteilen – einen festen optimalen Zeitpunkt gibt es nicht.
Mit oder ohne Mahlzeit?
Da Schwarzkümmelöl fettlöslich ist, empfiehlt sich die Einnahme zu einer Mahlzeit. Das Nahrungsfett unterstützt die Aufnahme und verbessert in der Regel die Verträglichkeit. Auf nüchternen Magen reagieren manche Menschen empfindlich. Im Zweifel gilt: zum Essen einnehmen und genug Wasser dazu trinken.
Was zu beachten ist
Wer dauerhaft Medikamente nimmt – insbesondere Blutverdünner oder blutzuckersenkende Mittel – sollte die Einnahme vorab kurz mit Ärztin, Arzt oder in der Apotheke besprechen, da pflanzliche Stoffe Wechselwirkungen haben können. Während Schwangerschaft und Stillzeit empfiehlt sich Zurückhaltung beziehungsweise eine ärztliche Begleitung.
Für wen Schwarzkümmelöl interessant sein kann
Schwarzkümmelöl wird in vielen Kulturen seit Jahrhunderten traditionell verwendet, und der Wirkstoff Thymochinon ist Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. Von der EU zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen existieren für das Öl bislang nicht – die Forschung beschäftigt sich aber unter anderem mit diesen Themenfeldern:
- Interesse am Immunsystem: Thymochinon wird auf antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften hin erforscht – wie sich die körpereigene Abwehr darüber hinaus im Alltag unterstützen lässt, lesen Sie in unserem Ratgeber Warum ein starkes Immunsystem so wichtig ist.
- Allergische Empfindlichkeit: Einzelne Studien haben Schwarzkümmel bei allergischen Beschwerden betrachtet; die Datenlage ist begrenzt.
- Hautthemen: Wegen der enthaltenen Fettsäuren wird das Öl traditionell auch im Zusammenhang mit der Haut genannt.
- Pflanzliche Routinen: Als geschmacksneutrale Kapsel lässt sich das Öl unkompliziert in den Tag integrieren.
Bei konkreten Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung der bessere Weg, als allein auf ein Nahrungsergänzungsmittel zu setzen. Schwarzkümmelöl ist kein Arzneimittel und ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Nicht nur auf die große Zahl schauen: Aussagekräftig ist – falls angegeben – der Thymochinon-Gehalt, nicht die bloße Ölmenge.
- Auf das Pressverfahren achten: Nur kaltgepresstes Öl bewahrt die empfindlichen Inhaltsstoffe; „schonend gepresst“ ohne „kalt“ ist ein Warnsignal.
- Hülle prüfen: Wer tierische Bestandteile meiden will, sucht nach HPMC oder der Angabe „vegane Kapsel“.
- Herkunft beachten: Ägyptischer Anbau und ein klar benannter Hersteller sind Pluspunkte; fehlt die Herkunft, ist das ein Minus.
- Geduld mitbringen: Veränderungen zeigen sich in Untersuchungen meist erst nach mehreren Wochen, nicht nach wenigen Tagen.
- Qualität absichern: Da sich fettlösliche Rückstände im Öl anreichern können, sind Bio-Qualität und Laborprüfungen ein sinnvoller Schutz.
Welche Menge ist üblich?
Die meisten Hersteller empfehlen ein bis drei Kapseln täglich, woraus sich Tagesmengen von etwa 500 bis 1500 mg Öl ergeben. Eine einheitliche, offizielle Verzehrempfehlung gibt es nicht; maßgeblich ist, die auf der Packung genannte Tagesdosis nicht zu überschreiten.
Zum Start kann es sinnvoll sein, mit einer kleineren Menge zu beginnen und sie nach einigen Tagen zu erhöhen, um dem Magen die Gewöhnung zu erleichtern. Und zum Schluss der wichtigste Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen keine ausgewogene Ernährung und keine gesunde Lebensweise. Wer Medikamente einnimmt, schwanger ist oder stillt, klärt die Einnahme am besten vorab ärztlich ab.
Häufige Fragen
▸ Welche Schwarzkümmelöl Kapseln sind Testsieger 2026?
An der Spitze stehen die Provilea Schwarzkümmelöl Kapseln mit 1000 mg. Den Ausschlag gaben der als einziges Produkt bezifferte Thymochinon-Gehalt (15 mg je Tagesportion), die vegane HPMC-Hülle ohne Gelatine und die Verfügbarkeit über Shop-Apotheke.
▸ Bedeutet eine höhere Milligramm-Zahl bessere Kapseln?
Nein. Die Milligramm-Angabe sagt nur etwas über die Ölmenge aus, nicht über den Gehalt des Wirkstoffs Thymochinon. Wichtiger sind ein kaltgepresstes Öl, eine klare Herkunft und – wenn vorhanden – ein angegebener Thymochinon-Wert.
▸ Pflanzliche Kapsel oder Gelatine – worin liegt der Unterschied?
Viele preiswerte Weichkapseln bestehen aus Rinder- oder Schweinegelatine. Hüllen aus HPMC oder Stärke sind vegan, vegetarisch und gelten als magenfreundliche Alternative. Wer tierische Bestandteile meiden möchte, achtet auf die vegane Hülle.
▸ Wann nimmt man Schwarzkümmelöl Kapseln am besten ein?
Wichtiger als der Zeitpunkt ist die Regelmäßigkeit, am besten zu einer Mahlzeit, weil das Öl fettlöslich ist. Ob morgens, abends oder aufgeteilt, bleibt jedem selbst überlassen.
▸ Liefen Schwarzkümmelöl Kapseln bei „Die Höhle der Löwen“?
Die Suche nach diesem Stichwort ist verbreitet, ein Auftritt eines der sechs Produkte ließ sich aber nicht nachweisen. Bekannt wurden die Marken über Apotheken, den Online-Handel und Fachbeiträge.
▸ Ab wann ist mit einer Wirkung zu rechnen?
Das ist individuell verschieden. In Untersuchungen werden Veränderungen meist erst nach mehreren Wochen kontinuierlicher Einnahme beschrieben; nach wenigen Tagen lässt sich nichts beurteilen.
Quellen
- Ahmad A, Husain A, Mujeeb M, et al. „A review on therapeutic potential of Nigella sativa: A miracle herb.“ Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine, 2013;3(5):337–352. PMID 23646296.
- Tavakkoli A, Mahdian V, Razavi BM, Hosseinzadeh H. „Review on Clinical Trials of Black Seed (Nigella sativa) and Its Active Constituent, Thymoquinone.“ Journal of Pharmacopuncture, 2017;20(3):179–193. PMID 30087794.
- Yimer EM, Tuem KB, Karim A, et al. „Nigella sativa L. (Black Cumin): A Promising Natural Remedy for Wide Range of Illnesses.“ Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine, 2019;2019:1528635. PMID 31214267.
- Koshak A, Wei L, Koshak E, et al. „Nigella sativa Supplementation Improves Asthma Control and Biomarkers: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial.“ Phytotherapy Research, 2017;31(3):403–409. PMID 28093815.
- Kalus U, Pruss A, Bystron J, et al. „Effect of Nigella sativa (black seed) on subjective feeling in patients with allergic diseases.“ Phytotherapy Research, 2003;17(10):1209–1214. PMID 14669258.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hinweise zu Nahrungsergänzungsmitteln und pflanzlichen Stoffen.
- Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel.
















